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Mawils Vision für bessere Kinderliteratur

Zeichner Mawil spricht über die Herausforderungen und Chancen, die es beim Einstieg ins Lesen für Kinder gibt. Dabei kritisiert er die Qualität vieler Kinderbücher.

Leonie Fischer9. Juli 20262 Min. Lesezeit

In der Welt der Kinderliteratur gibt es einen nicht enden wollenden Kampf gegen die Beliebigkeit.

Mawil, ein bekanntes Gesicht in der Szene der Comiczeichner und Kinderbuchautoren, erhebt seine Stimme und schlägt einen ernsten, aber auch ironischen Ton an, wenn es um die Qualität von Kinderbüchern geht. „Die ganzen schlechten Kinderbücher lassen wir heimlich verschwinden“, sagt er und bezieht sich auf die Flut an Werken, die es nicht schaffen, den kleinen Lesern etwas Sinnvolles oder Unterhaltsames zu bieten. Ich kann ihm nur zustimmen.

Erstens ist der Zugang zu Literatur für Kinder entscheidend. Die ersten Bücher, die ein Kind in die Hand nimmt, prägen oft die gesamte Einstellung zum Lesen für den Rest des Lebens. Wenn die Auswahl an Geschichten allerdings von plumpen Plots und holprigen Dialogen dominiert wird, erdrückt das nicht nur die Fantasie, sondern sorgt auch dafür, dass viele Kinder das Lesen als lästige Pflicht empfinden. Mawils Ansatz, schlechte Bücher zu vermeiden und stattdessen auf qualitativ hochwertige Geschichten zu setzen, ist also nicht nur wünschenswert, sondern notwendig. Wenn wir möchten, dass Kinder zu lebenslangen Lesern werden, muss die Literatur, die ihnen angeboten wird, einladend, spannend und inspirierend sein.

Zweitens ist die Vorstellung, dass Kinder selbst entscheiden können, welche Bücher sie lesen möchten, eine Illusion, solange das Angebot von minderwertigem Material dominiert wird. Es liegt in der Verantwortung der Erwachsenen, die Weichen richtig zu stellen und die richtigen Bücher auszuwählen. Mawils Ansatz, schlechten Inhalt nicht weiter zu verbreiten, könnte als Zensur betrachtet werden – doch in Wirklichkeit ist es ein Akt der Fürsorge. Kinder verdienen es, mit Geschichten aufwachsen zu dürfen, die ihre Vorstellungskraft anregen und ihnen eine positive Lesererfahrung bieten. Wenn wir ihnen die Wahl lassen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie sich für die ansprechenderen Geschichten entscheiden, während die schlechten Bücher in den Hintergrund gedrängt werden.

Natürlich gibt es Kritiker, die behaupten, dass ein gewisses Maß an Vielfalt wichtig sei und Kinder auch mit weniger gelungenen Büchern in Kontakt kommen sollten. Vielleicht haben sie recht, wenn es um die Vielfalt der Erfahrungen geht. Aber ich würde anmerken, dass es einen feinen, aber entscheidenden Unterschied zwischen Vielfalt und einem Übermaß an Schundliteratur gibt. Ein Kind muss nicht jedes Buch lesen, das in den Regalen steht, um seine persönlichen Vorlieben zu entwickeln. Stattdessen sollten wir als Gesellschaft darüber nachdenken, wie wir Werken eine Plattform bieten können, die den Kindern nicht nur Spaß machen, sondern sie auch fördern.

Mawils Perspektive gibt uns also nicht nur einen Einblick in die Probleme, die die Kinderliteratur plagen, sondern auch einen Hoffnungsschimmer für die Zukunft. Wenn wir uns alle gemeinsam für bessere Inhalte einsetzen und diejenigen, die unsere Kinder auf die falsche Fährte schicken wollen, zurückdrängen, schaffen wir Räume, in denen die nächste Generation von Lesern gedeihen kann. Das ist es, was wir wirklich wollen – Kinder, die Bücher mit Begeisterung aufschlagen, nicht einfach nur das Nötigste für die Schule erledigen.

Es ist nicht zu viel verlangt, oder?

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