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Der Opladener Scala: Ein Chor von 200 Stimmen

Im Opladener Scala entsteht ein Chor mit 200 Stimmen, ein faszinierendes Experiment des gemeinsamen Singens. Hier treffen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen aufeinander.

Leonie Fischer15. Juni 20262 Min. Lesezeit

In einem kleinen, charmanten Saal des Opladener Scala, einem Ort, der normalerweise für Theateraufführungen und kulturelle Veranstaltungen genutzt wird, versammeln sich Menschen aus allen Lebensbereichen, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen: Singen.

Es ist ein bemerkenswerter Anblick – 200 Leute, die sich in der Hoffnung, ihre Stimmen zu erheben, zusammen gefunden haben. Hier ist die Stimmung gelöst, doch auch ein wenig angespannt. Wer könnte schon sagen, wie man mit einer solch beeindruckenden Menge harmonisiert?

Der Kurs "Einfach singen", der vom Scala-Team ins Leben gerufen wurde, spricht nicht nur die Chorsänger an, sondern auch diejenigen, die einfach nur ihre Liebe zur Musik entdecken möchten. Unter der Leitung eines charismatischen Dirigenten, der mit einem geschickten Mix aus Humor und Ernsthaftigkeit arbeitet, wird den Teilnehmern nicht nur das Singen beigebracht – es ist auch eine Lektion in Gemeinschaft und Ausdruck.

Gemeinsam statt einsam

Eine beachtliche Diversität macht diesen Chor besonders – hier trifft die Rentnerin mit dem Enkel, der Student auf die Berufstätige. Der Altersunterschied ist ebenso ausgeprägt wie die musikalischen Vorlieben. Doch in diesem Raum zählt das Miteinander mehr als das Individuum. Das Anschwellen der Stimmen, das gelegentliche Misslingen bei komplizierten Passagen, all das wird mit einem Lächeln hinweggelächelt. Man hat nicht das Gefühl, in einem Wettbewerb zu sein, sondern eher in einer Art musikalischem Experiment, in dem jeder einen Platz hat.

Manchmal, zwischen den Proben, wenn der Dirigent eine kleine Atempause einlegt, wird darüber diskutiert, ob man den nächsten Auftritt im Lokal oder bei einer Veranstaltung in der Stadt vor Publikum wagen sollte. Die Pläne nehmen Form an, und die Vorfreude auf das gemeinsame Erlebnis wächst. Im Hintergrund läuft die Idee, dass die Musik Brücken schlagen kann, wo Worte oft versagen.

Die ersten Proben sind eine Mischung aus Anspannung und Euphorie; die Teilnehmer erleben den Nervenkitzel, direkt miteinander zu musizieren. Einige trauen sich nicht ganz, ihre Stimmen aufzublühen zu lassen, während andere voller Enthusiasmus gleich in die höchsten Töne hinein gleiten. Das Zusammenspiel ist intensiv, Musik und Emotionen vermengen sich, als ob jede Probe ein kleiner Aufbruch ist.

Am Ende des Kurses, so wird versprochen, wird der Chor auf der Bühne stehen. Die großartige Vision eines gemeinsamen Auftritts, eine Melodie, die den Saal durchdringt und alle Teilnehmenden mit einem einzigen Klang vereint – eine Vorstellung, die sowohl aufregend als auch furchteinflößend ist.

Der Opladener Scala mag kein traditioneller Ort für einen Chor sein, aber in ihm wird Musik zu einer Quelle der Inspiration und Zuversicht. Wer hätte gedacht, dass 200 Menschen, die sich zunächst fremd sind, gemeinsam in perfekter Harmonie stehen könnten? In der Tat, das Singen ist oft mehr, als nur eine Form der Unterhaltung; es ist ein Weg, miteinander in Kontakt zu treten, etwas zu schaffen, das über die individuellen Stimmen hinausgeht. Es ist ein Gefühl von Zusammenhalt – und wer könnte dem widerstehen?

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